VDSL & LTE: Bewegung im Breitband-Markt?



Ein häuslicher Internetanschluss gehört schon lange zum Standard deutscher Haushalte, denn die digitale Anbindung an das World Wide Web ist zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Lebens geworden. Nach den ersten Pionierjahren des Netzes, als der langsame Modem-Anschluss noch normal war, hat sich der DSL-Anschluss und seine modifizierte Form des ADSL-Anschlusses massenhaft durchgesetzt und prägt bis heute den Erwartungshorizont des Normal-Nutzers. Die beinahe flächendeckende Verfügbarkeit, der monatliche Basispreis und die Anwendungsmöglichkeiten im Internet haben diese Entwicklung möglich gemacht. Seitdem hat sich der Breitband-Markt jedoch weiterentwickelt, höhere Ansprüche der Nutzer, gestiegene Standards in Unternehmen und neue Internet-Anwendungen gehören zu den Triebfedern dieser Entwicklung, begleitet von immer günstiger werdenden Anschlussgebühren. Die Branchen-Experten erwarten daher, dass die Highspeed-Breitbandanschlüsse VDSL und LTE den klassischen DSL-Anschluss schon bald verdrängen werden.

Neue Anwendungen für Highspeed-Anschlüsse!

Mit den neuen Standards VDSL und LTE werden sich auch die Gewohnheiten der User ändern, denn die schnellen Datenübertragungsraten ermöglichen nicht nur ein spürbar schnelleres Surfen, sie machen grundsätzlich neue Anwendungen - wie das hochauflösende Fernsehen mittels IPTV - möglich. Das inzwischen über 50% der verkauften TV-Geräte internetfähige Hybrid-Geräte sind, belegt diesen rasanten Wandel eindrücklich. Was aber zur Zeit noch als neueste technische Errungenschaft gilt, wird bald zur Normalität und damit Teil unseres Alltags sein. Freilich nur unter der Voraussetzung, dass der Internetanschluss die erforderlichen Übertragungsraten bereitstellt - und diese werden durch beide genannten Standards erreicht, jedoch nicht durch DSL!

LTE: Netzausbau mit Hochdruck!

Durchschnittliche Internetnutzer, die sich kaum für technische Aspekte des Internets interessiert, haben vom Netzausbau der letzten Jahre kaum etwas mitbekommen. Bei LTE war dies auch nicht anders zu erwarten, denn die kabellose Highspeed-Anbindung, mit VDSL-ähnlicher Leistung, wurde bisher fast ausschließlich in unterversorgten ländlichen Regionen eingeführt. Grund war die “Breitband-Offensive”, die Minister Brüderle und die Bundesregierung an die Lizenzvergabe im Frühjahr 2010 knüpfte. Das Ziel, die weißen Flecken der deutschen Breitband-Landkarte zu beseitigen, konnten die Telekommunikationskonzerne inzwischen weitestgehend erreichen. Das die so schnell geschah, ist aus der Perspektive der Telekommunikationsriesen verständlich, denn erst jetzt dürfen die lukrativen Ballungszentren mit LTE versorgt werden. Damit sollen am Ende die hohen Investitionskosten wieder eingefahren werden. LTE klopft also bereits an die Türe der Städter.

VDSL: langsamer Ausbau des Glasfaser-Netzes!

Der VDSL-Ausbau blieb für Kunden weniger unbemerkt, denn mit dem Ausbau der Glasfasernetze erhöht sich die Verfügbarkeit von VDSL, während die Preise kontinuierlich sinken. Noch vor wenigen Jahren kostete ein durchschnittlicher DSL-Anschluss mit 6 MBit/s so viel, wie ein heutiger VDSL-Anschluss mit 25 MBit/s. Auch VDSL-Verträge mit einem Datendurchsatz von 50 MBit/s sind erschwinglich geworden. Allerdings gibt es nach wie vor eine physikalische Grenze im VDSL-Ausbau. Voraussetzung für eine Highspeed-Anbindung ist nämlich die möglichst kurze Zuleitung mittels Kupfer vom PC zum Glasfasernetz oder sogar eine Glasfaseranbindung bis zum eigenen PC. Denn je länger das Kupferkabel, desto stärke seine Bremswirkung des Breitbandanschlusses. Sowohl bei der Variante FTTB (“Fiber to the Basement”), bei der das Glasfaserkabel im Keller liegt, als auch bei Variante FTTP (“Fiber to the Home”), die direkt zum heimischen PC führt, sind es die Kosten, die den schnellen Netzausbau begrenzen.

Verfügbarkeit checken und Tarife vergleichen!

Wer sich für einen sehr schnellen Internetanschluss interessiert, sollte sich im derzeitig recht volatilen Marktgeschehen nicht nur auf die eigenen Wissensbestände und Erfahrungen berufen, denn die Voraussetzungen können sich täglich ändern. Wenn also der Verfügbarkeitscheck für VDSL oder LTE schon vor längerer Zeit durchgeführt wurde, lohnt sich eine erneute Prüfung, um alle Optionen offen zu halten.

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